Stillen und Einschlafen trennen
An der Brust einzuschlafen ist für Babys das Natürlichste der Welt – und kein Fehler. Wenn es euch aber auf Dauer erschöpft, könnt ihr Stillen und Einschlafen behutsam voneinander lösen.
Für wen ist das gedacht?
- Euer Baby ist mindestens etwa 6 Monate alt und isst schon Beikost.
- Es schläft nur an der Brust ein und braucht sie auch nach jedem nächtlichen Aufwachen.
- Ihr wollt etwas ändern – nicht, weil andere es sagen, sondern weil es euch nicht mehr guttut.
Warum das Einschlafstillen nachts zurückkommt
Wer an der Brust einschläft, wacht zwischen zwei Schlafzyklen kurz auf – und merkt: Die Situation hat sich verändert. Für das Baby ist es dann logisch, genau das wieder einzufordern, womit es eingeschlafen ist. Das ist keine „schlechte Angewohnheit“, sondern ziemlich clever. Es erklärt aber, warum manche Babys nachts sehr oft an die Brust wollen, ohne wirklich Hunger zu haben.
Der Nebeneffekt: Oft kann dann nur die stillende Person das Baby zum Schlafen bringen. Für den anderen Elternteil wird jedes Einschlafen zum Kraftakt.
So trennt ihr Stillen und Einschlafen – in kleinen Schritten
- Stillen an den Anfang des Rituals legenStillt euer Baby satt, aber zu Beginn des Abendrituals statt ganz am Ende – im hellen Raum, bevor Schlafsack, Lied und Licht-aus folgen.
- Etwas Neues dazwischenNach dem Stillen kommt noch etwas: Zähneputzen, Wickeln, ein Buch, ein Lied. So rückt der Schlaf ein Stück von der Brust weg.
- Müde, aber wach hinlegenLegt euer Baby schläfrig ins Bett. Bleibt da, legt eine Hand auf, summt, streichelt. Weint es, nehmt es hoch und beruhigt es – ohne Stillen – und versucht es dann wieder.
- Den anderen Elternteil einbindenOft klappt es leichter, wenn die Person ohne Milch das Einschlafen übernimmt. Das Baby wird dabei getröstet, aber nicht gestillt.
- Nachts genauso vorgehenWenn euer Baby nachts aufwacht, versucht zuerst andere Beruhigung. Hat es wirklich Hunger, stillt ruhig – und legt es danach möglichst wach wieder hin.
Geduld einplanen
Rechnet mit ein bis drei Wochen und mit Rückschritten, zum Beispiel bei Krankheit oder Zahnen. In solchen Phasen dürft ihr jederzeit eine Pause einlegen und später weitermachen. Wichtig ist, dass euer Baby beim Einschlafen nie allein gelassen wird.
Woran ihr merkt, dass es klappt
Wenn euer Baby mit Mama oder Papa, seinem Einschlafritual und eurer Nähe einschläft, ohne dabei an der Brust zu trinken, habt ihr den wichtigsten Schritt geschafft. Viele Familien merken dann auch nachts eine Veränderung – manche sofort, manche erst nach einiger Zeit.
Bitte beachten
Im ersten Lebensjahr gehört kein Kuscheltier, Kissen oder Tuch ins Babybett – auch nicht als Einschlafhilfe. Als Trostobjekt eignet sich später ein kleines Schnuffeltuch, ab etwa dem ersten Geburtstag. Mehr dazu unter sicherer Babyschlaf.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn euch etwas am Schlaf oder an der Gesundheit eures Babys Sorgen macht, sprecht mit eurer Kinderärztin, eurem Kinderarzt oder eurer Hebamme.